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Job-Portrait: Service-Manager beim IT-Dienstleister Computacenter

In der Reihe „Karriere(n) in der IT“ stellen wir Ihnen heute Frank Breier vor, der für den IT-Dienstleister Computacenter Kunden in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Teilen Baden-Württembergs betreut.

Herr Breier, wie lautet Ihre Jobbezeichnung, und bei welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich bin als „Area Service Manager“ bei der Computacenter AG & Co. oHG in der Geschäftsstelle Ludwigshafen beschäftigt. Computacenter ist Europas führender herstellerübergreifender Dienstleister für Informationstechnologie. Unser Leistungsangebot erstreckt sich über drei Bereiche: Technologieversorgung, Infrastrukturintegration und Managed Services. Das heißt, wir entwickeln, implementieren und betreiben maßgeschneiderte IT-Lösungen für unsere Kunden. In Deutschland beschäftigt Computacenter rund 4.000 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2009 einen Umsatz von 1,03 Milliarden Euro.

Frank Breier

Wofür sind Sie genau verantwortlich, und vor welchen Aufgaben stehen Sie in der täglichen Arbeit?

Ich bin verantwortlich für sämtliche Dienstleistungen, die unser Unternehmen bei unseren Kunden im Vertriebsgebiet „Mitte“, also in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Teilen von Baden-Württemberg, erbringt. Etwas mehr als 200 Techniker und Ingenieure sorgen tagtäglich – zumeist bei unseren Kunden vor Ort – dafür, dass die Prozesse im IT-Betrieb rund laufen. Hinzu kommen noch zahlreiche Consultants, die projektbezogen im Einsatz sind. Sie beraten unsere Kunden mit innovativen Technologiekonzepten, um ihre Geschäftsprozesse noch effizienter in der IT abzubilden.

Der Schwerpunkt meiner täglichen Arbeit liegt in der Kommunikation mit unseren Kunden, unseren Mitarbeitern und den internen Schnittstellen, damit unsere Services funktionieren und ständig weiterentwickelt werden. Dabei ist es mir – trotz aller technischen Möglichkeiten – sehr wichtig, möglichst persönlich mit meinen Gesprächspartnern in Kontakt zu treten. Dies ist zwar zeitweise aufwändig, aber insgesamt effektiver und vertrauensvoller als per E-Mail oder Instant Messaging. Nichts geht hier über ein persönliches Gespräch!

In der Reihe “Karriere(n) in der IT” interessieren wir uns natürlich besonders für Ihren persönlichen Werdegang. Welche Ausbildung haben Sie absolviert, und welche Vorerfahrungen nützen Ihnen heute bei Ihrem Job?

Nach meinem Abitur mit den Schwerpunkten Mathematik und Informatik habe ich mit einer mathematischen Ausbildung an der RWTH Aachen eine wichtige Basis gelegt. Das war Anfang der 90er Jahre und damit zu einer Zeit, als es nur eine überschaubare Anzahl an etablierten IT-Berufsbildern gab. 1995 bin ich als Systemberater für Netzwerkbetriebssysteme bei CompuNet (heute Computacenter) gestartet. Nach den ersten Jahren mit vorwiegend technologischer Ausprägung habe ich mich dann mehr für das Management interessiert. Mit der Übernahme von ersten Aufgaben im Service Management habe ich dann relativ schnell gemerkt, dass mir hierfür die notwendigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse fehlten. Diese Lücke habe ich dann berufsbegleitend mit einer dreijährigen Weiterbildung zum Betriebswirt geschlossen. Im letzten Jahr gab mir mein Arbeitgeber die Möglichkeit, einen umfangreichen Management-Lehrgang an der Universität St. Gallen zu absolvieren. Hier ging es dann weniger um „Zahlen“ sondern vielmehr um Strategie und Leadership, da diese Schwerpunkte in meinem Verantwortungsbereich eine immer größere Rolle spielen. Damit habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht – wohlwissend, dass ich auch in Zukunft weiter an meiner persönlichen Weiterentwicklung arbeiten werde.

Neben der systematischen Ausbildung halte ich es für sehr wichtig, aus Erfahrungen sowie von Kollegen und Kunden zu lernen. Kein Lehrbuch kann die Praxis wirklich präzise erfassen. Ich bin also stets aufmerksam und beobachte das Verhalten anderer Menschen, um für mich zukünftige Optionen abzuleiten. Dabei ist es wichtig, sich selbst ständig zu reflektieren und auch das Umfeld zu seiner eigenen Leistung kontinuierlich zu befragen. Feedback ist für mich das wichtigste Entwicklungsinstrument!

Sie sind nun seit über 15 Jahren bei Computacenter beschäftigt. Ist dies nicht ungewöhnlich in der IT Branche?

Nicht unbedingt. Als ich mit meiner beruflichen Laufbahn begann, hieß es, dass man alle 3-5 Jahre seinen Arbeitgeber wechseln sollte. Meiner Meinung nach ist diese Ansicht inzwischen etwas überholt, denn gerade die IT-Branche befindet sich im kontinuierlichen Wandel. Dies liegt nicht nur an der rasanten technologischen Entwicklung, sondern auch an der Professionalisierung der IT-Services. Neue Rollen und Verantwortlichkeiten bieten immer wieder Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven. Bei Computacenter hat man aus meiner Sicht genügend Chancen, neue persönliche Herausforderungen zu finden, so dass man aus diesem Grund nicht wirklich wechseln muss. Hinzu kommt ein Arbeitsklima, in dem ich mich von Beginn an sehr wohl gefühlt habe. Ein Wechsel kam für mich daher bisher nicht in Frage.

Ihre Empfehlung an den Nachwuchs: Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollten Berufsanfänger mitbringen?

Beginnen sollte man damit, ein solides Fundament zu setzen. Dies geschieht im Normalfall über ein Studium oder eine entsprechende IT-Ausbildung. Dieses Fundament ist wichtig, um danach erste Schwerpunkte für die persönliche Weiterentwicklung festzulegen und aufzubauen. Dies kann in der IT-Branche extrem vielfältig sein.

Mindestens ebenso so wichtig wie fachliche Fähigkeiten sind für mich die „weichen Faktoren“. Hohe Kundenorientierung und eine ausgeprägte Dienstleistungsmentalität sind Voraussetzungen für die Arbeit in einem Systemhaus wie Computacenter. Hohe Teamfähigkeit ist selbstverständlich und hat in einem Projektumfeld durch ständig wechselnde Teamzusammensetzungen einen besonderen hohen Stellenwert. Man sollte jederzeit offen für Neues sein und auch eine gewisse Leidenschaft für den Job entwickeln. Ist man dann auch noch flexibel und zeigt ein hohes Maß an Eigeninitiative, bringt man schon gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Laufbahn in der IT-Branche mit.

Wir danken für dieses Gespräch.

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