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Wie programmiert man eine erfolgreiche Facebook-Anwendung? – Teil 2

Im ersten Teil des Textauszugs aus „Facebook-Anwendungen programmieren“ von Mario Scheliga berichteten wir, was für das Programmieren einer guten Anwendung vonnöten ist. Darin wurde darauf eingegangen, dass eine gute Applikation die Attribute „sinnvoll“, „nützlich“ und „sozial“ verbinden muss.  In diesem Teil erläutert der Autor, wie wichtig die Vertrauenswürdigkeit und ein guter Aufbau einer Anwendung für den Erfolg sind.

vertrauenswürdig

Eine Anwendung sollte die Privatsphäre der Benutzer schützen
Sie sollten die Privatsphäre Ihrer Nutzer in jedem Fall respektieren. Tun Sie das nicht, riskieren Sie nicht nur das Vertrauen der Benutzer, sondern verstoßen damit auch gegen die Policies von Facebook. Das kann auch dazu führen, dass Ihre Anwendung von Facebook entfernt wird. Sie sollten also nicht sorglos mit den Informationen umgehen, die Ihnen die Benutzer überlassen. Im Gegenteil: Versuchen Sie, Ihre Anwendung und die Daten zu schützen, vor allem vor dem Zugriff unbefugter Dritter. Das erreichen Sie am besten, indem Sie überhaupt keine Daten Ihrer Benutzer speichern. Ist das nicht möglich, sollten Sie versuchen, die Daten zu anonymisieren. Die Facebook-interne UID der Benutzer sollten Sie in jedem Fall schützen.

Eine Anwendung sollte den Benutzer respektieren
Eine Anwendung sollte nie versuchen, Benutzer zu täuschen oder Handlungen zu erzwingen. Bei vielen Anwendung innerhalb von Facebook müssen Benutzer erst den Like-Button betätigen, bevor sie die Anwendung nutzen können. Das ist falsch, wenn nicht sogar frech. Versuchen Sie stattdessen, behutsam mit Ihren Benutzern umzugehen und ihnen die freie Wahl zu lassen. Vermeiden Sie unbedingt jede Irreführung. Beschriften Sie Links und Buttons immer so, dass man daraus ableiten kann, welche Funktion dahinter liegt.

Eine Anwendung sollte eine klare, nachvollziehbare Funktionsweise haben
Warum eine Anwendung dieses oder jenes macht, sollte jedem Benutzer klar sein, denn alles andere würde nur zu Frustration führen. Damit ist nicht nur gemeint, dass die Anwendung die Benutzer nicht in die Irre führen soll, sondern es geht darum, dass die Funktionsweise der Anwendung klar und nachvollziehbar sein sollte.

gut aufgebaut

Eine Anwendung sollte eine einfache, verständliche Benutzeroberfläche haben
Damit sich Benutzer schnell zurechtfinden und nicht erst ein Handbuch lesen müssen, sollte Ihre Anwendung klar und einfach gestaltet sein. Sie sollte möglichst ohne Erklärung verwendet werden können.

Eine Anwendung sollte aus Benutzersicht schnell reagieren
Führt der Benutzer eine Aktion innerhalb Ihrer Anwendung durch, sollte die Anwendung schnell reagieren, zum Beispiel durch Fortschrittsbalken oder Buttons, die ausgegraut werden. Die Benutzeroberfläche sollte auf Benutzereingaben immer prompt reagieren. Die Prozesse auf dem Server sollten Sie also asynchron umsetzen.

Eine Anwendung sollte zuverlässig arbeiten
Fehler in Anwendungen sind hässlich. Um Fehler zu vermeiden, sollten Sie die Anwendung vor der Veröffentlichung gründlich testen. Auch spätere Änderungen oder Bugfixes können Nebenwirkungen hervorrufen. Darum sollten Sie bei jeder Änderung umfangreiche Tests durchführen. Benutzer verzeihen Fehler nicht leicht, vor allem wenn gleich beim ersten Aufruf eine Fehlermeldung kommt.

Eine Anwendung sollte ein gut durchdachtes Design aufweisen
Das Design sollte entweder sauber oder lebhaft sein. Versuchen Sie bei der Gestaltung den roten Faden nicht zu verlieren. Die Gestaltung der Anwendung trägt viel zum Wiedererkennungswert der Anwendung bei. Außerdem haben Sie durch das Design die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass sich die Anwender wohlfühlen. Gutes Design bemerkt der durchschnittliche Benutzer kaum, schlechtes immer. Sorgen Sie also mit der Gestaltung dafür, dass dem Benutzer das Positive auffällt und sonst nichts.

Eine Anwendung sollte skalierbar sein
Facebook ist bekanntlich das größte soziale Netzwerk der Welt. Gerade weil die Mitglieder Inhalte miteinander teilen können und Ihre Anwendung virale Effekte nutzt, könnte die Benutzerzahl Ihrer Anwendung schnell in die Hunderttausende gehen, womit sich die Last auf das von Ihnen eingesetzte System stark erhöht. Das Gegenteil kann jedoch auch der Fall sein, und dann sitzen Sie vielleicht auf überschüssigen Ressourcen. Die meisten verbinden mit dem Begriff »Skalieren«, etwas größer, breiter und höher zu machen, er bedeutet aber auch, etwas kleiner, schmaler und niedriger machen zu können. Und beides sollte möglich sein: Ihre Anwendung sollte so gestrickt sein, dass sie sich gut verteilen lässt. Versuchen Sie Ihre Software so umzusetzen, dass sie asynchron arbeitet. Eventgetriebene Programme sind dabei wohl die beste Wahl. Versuchen Sie außerdem, auf eine non-blocking I/O zu setzen. Das funktioniert dann im Großen und im Kleinen. Skalierbare Anwendungen sind von vornherein auf Leistung getrimmt. Bauen Sie also eine Anwendung, die so wenig granulare API-Aufrufe wie möglich macht. Speichern Sie Vieles für die aktuelle Session zwischen, so dass die Anwendung Daten nur einmal abruft.

Wer eine Anwendung für Facebook entwickeln möchte, kann sich dabei auch von bereits vorhandenen Anwendungen inspirieren lassen. Aber auch hier gibt es einige Regeln, die es bei der anschließenden Entwicklung der eigenen Anwendung zu beachten gilt. Welche genau das sind, erklärt der Autor im dritten Teil des Textausschnitts. Wer mehr zum Thema erfahren möchte, kann dies in unserer aktuellen Neuerscheinung „Facebook-Anwendungen programmieren“ von Mario Scheliga tun.

Teil 2/4

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