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Ada, Fiete und der KJL-Bot für Kinder- und Jugendbücher

In drei Tagen ist „I Love Free Software“-Tag! Zeit, euch vom KJL-Bot, einem gelungenen Open Source-basierten Projekt zu berichten. Außerdem verlost die Free Software Foundation Europe wieder Bücher gegen Spende, nur noch bis zum 12. Februar!

Eigentlich ist es nicht schwer, Kinder und Jugendliche mit Büchern in Berührung zu bringen. Bereits im Krabbelalter schaffen sie locker, die in Supermärkten gern im Kassenbereich aufgestellten Pixi-Männchen auseinanderzupflücken und mindestens eins der kleinen bunten Heftchen aufs Band zu schmuggeln. Später tragen sie die beliebten »Wieso? Weshalb? Warum?«-Bände aus Buchhandlung oder Bibliothek nach Hause und manche von ihnen beginnen, sich durch erste Romane zu schmökern oder sammeln enthusiastisch Antolin-Punkte.

Ein Kind kniet vor einem Bücherregal in der Buchhandlung
Bunt, aber auch sehr reihenlastig: Ein Buchhandlungsbesuch (Bild: Corina Pahrmann)

Dass Lesen selbst gut für die Entwicklung von Kindern ist, setzen wir als bekannt voraus. Dies soll nicht gleichzeitig heißen, dass Spielen mit der Switch oder dem Fußball weniger wert ist, just to be clear. Dennoch bringt Vorlesen die Kinder selbst und auch die Beziehung zu euren eigenen Kindern, zu Nichten, Neffen und anderen Kindern in eurem Umfeld richtig weiter. Später eröffnet das eigenständige Lesen ganze Welten, sorgt für neue Perspektiven und sicher auch die ein oder andere Flucht aus dem Alltag.

Nun ist es aber so, dass das Angebot an Kinder- und Jugendbüchern schlecht überschaubar ist. Bekannte Reihen und Bestseller Bibi, Conni, Ritter Rost, Warrior Cats, Harry Potter und andere sind in jeder Buchhandlung auffällig drapiert. Wer aber nach seltenen Perlen sucht, nach Büchern mit einer bestimmten Thematik oder besonderen Held*innen, der braucht Geduld und Spürsinn. Oder ein gutes Tool.

KJL-Bot

Und da kommen wir zu einem Projekt, an dem unser geschätzter oreillyblog-Autor Alexander Plaum gemeinsam mit drei anderen Vätern arbeitet: Der KJL-Bot, ein Bot für Kinder- und Jugendliteratur. Sie planten und entwickelten (fast alle in ihrer Freizeit) einen Aggregator, der euch die wichtigsten Neuerscheinungen der Kinder- und Jugendbuchabteilung strukturiert aufbereitet. Wollt ihr zusätzlich ein wenig die Spreu vom Weizen trennen? Dann könnt ihr Bücher von Autor*innen filtern, die mit früheren Projekten bereits für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert oder mit dem KIMI-Siegel für Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet wurden.

Ansicht des KJL-Bot

Einfach und nützlich: der KJL-Bot zeigt euch alle Novitäten der Kinderbuchecke.

Der KJL-Bot ist damit ein ausgezeichnetes Werkzeug, um nichts zu verpassen. Ihr seht auf einen Blick, welche Bücher im aktuellen Monat, im Vormonat oder im kommenden Monat in den Regalen eurer Buchhandlung auftauchen. Oder auch nicht, denn für alle Novitäten sind die Regale zu klein. Selbst in den großen Buchhandlungen muss eine Vorauswahl getroffen werden. Ausnahme bilden natürlich die Online-Shops, wobei ich mit Kind(ern) viel häufiger eine lokal ansässige Buchhandlung als einen Webshop ansteuere.

Und wer jetzt unter die Motorhaube schauen will: Der Code des KJL-Bots ist 100% Open Source und steht bei GitHub zur Verfügung. Weitere Features haben Alex und eine Mitstreiter ebenfalls schon angekündigt. (Frage dazu: Wer baut sowas für IT-Bücher? :-))

Ada & Zangemann

Speaking of Kinderbücher. Leider nicht mehr unter dem 90-Tage-Dach des Neuerscheinungs-Scanners KJL-Bot, aber nach wie vor ein Buch, das Kinder in die Hand bekommen sollten, ist unser Ada & Zangemann. Das Buch von Matthias Kirschner, Präsident der Free Software Foundation Europe, beschäftigt sich (als erstes und einziges Kinderbuch) mit freier Software. Mit seiner Titelheldin Ada, die neugierig und ohne Angst Motoren an Skateboards baut und Eismaschinen programmiert, gelang es Matthias, bereits tausenden Kinder Lust auf Technik zu machen.

Das Buchprojekt ist unter einer Creative Commons-Lizenz bei uns erschienen. Es wurde nicht nur von Anfang an vom Linuxhotel unterstützt, sondern nach Erscheinen auch von Größen der Open Source bzw. IT-Szene wie Cory Doctorow, Netzpolitik.org oder Vint Cerf gelobt.

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